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Wann ist ein Plattenfehler wertvoll?

2024.12.10. 0 commentaire(s)

Druckplattenfehler

In der Welt der Briefmarken bilden Plattenfehler ein kleines Universum für sich: Sie sind spannend, aus Sammlersicht wichtig und können in bestimmten Fällen sogar eine erhebliche Wertsteigerung bedeuten. Allerdings ist nicht jede kleine Abweichung eine Rarität. Sammler stoßen oft auf Fehler, die tatsächlich natürliche Druckerscheinungen sind und den Wert der Marke nicht erhöhen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wann von einem echten, begehrten Plattenfehler die Rede ist und wann es sich nur um eine häufige, massenhaft vorkommende Abweichung handelt.

Ein Plattenfehler wird wertvoll, wenn er selten, gut identifizierbar und beständig ist. Beständige Plattenfehler sind Druckfehler oder Beschädigungen, die an einer bestimmten Position auf der Druckplatte immer gleich erscheinen. Diese werden von Sammlern gesondert erfasst, in Katalogen aufgeführt und in vielen Fällen mit einem Aufpreis gehandelt. Zu den bekanntesten Beispielen gehören Brüche, Risse, fehlende Linien oder charakteristische Punkte, die an derselben Stelle auf jedem Abdruck zu sehen sind.

Als wertvoll gilt nicht ein Fehler, der zufällig, nur auf einem einzigen Bogen oder wenigen Exemplaren vorkommt. Dazu können Farbspritzer, leichte Verschiebungen, schwache Farbgebung oder geringe Papierunebenheiten gehören. Die Fachliteratur nennt diese „gelegentliche Fehler“, und da sie nicht konsequent wiederkehren, werden sie nicht als echte Plattenfehler betrachtet. Die meisten Sammler bewerten diese nicht mit einem Aufpreis, da sie keine sammlerische Beständigkeit aufweisen.

Der Wert eines Plattenfehlers wird auch dadurch bestimmt, wie auffällig er ist. Ein kaum sichtbarer Punkt oder eine haarfeine Linienabweichung weckt selten großes Interesse, selbst wenn sie beständig ist. Ein gut sichtbarer, charakteristischer Fehler – wie ein gebrochener Buchstabe, ein fehlendes Zierelement oder ein auffälliger Linienfehler – ist dagegen viel begehrter, weil er leicht erkennbar ist und der Marke aus Sammlersicht „Charakter“ verleiht.

Wichtig ist auch, wie gut der Fehler dokumentiert ist. In Katalogen oder Fachpublikationen aufgeführte Plattenfehler erzielen in der Regel höhere Preise, weil sie von einem breiten Sammlerkreis bekannt und gesucht sind. Ein seltener, aber nicht dokumentierter Fehler kann ebenfalls wertvoll sein, aber in solchen Fällen ist der Sammlerkreis kleiner und der Wert unsicherer.

Zusammenfassend ist ein Plattenfehler wertvoll, wenn er selten, beständig, gut erkennbar und dokumentiert ist. Zufällige, schwache oder massenhaft vorkommende Fehler erhöhen den Wert der Marke nicht, selbst wenn sie auf den ersten Blick interessant erscheinen. Das Sammeln von Plattenfehlern ist daher nicht nur ein ästhetisches Erlebnis, sondern auch eine fachliche Herausforderung: Der Sammler muss die Druckprozesse, die Kataloge und die Besonderheiten der Serie kennen, um wirklich wertvolle Stücke identifizieren zu können.

Wasserzeichenzylinderfehler

Bei der Turul-Serie konnten Fehler jedoch nicht nur auf der Druckplatte auftreten. Auch der Wasserzeichenzylinder konnte Beschädigungen, Kratzer oder Unregelmäßigkeiten aufweisen, die als wiederkehrendes Muster im Wasserzeichen des Papiers erschienen. Da das Wasserzeichen während der Papierherstellung in das Papier eingebracht wird, sind diese Fehler auf allen Marken sichtbar, die aus demselben Papierstreifen hergestellt wurden. Wasserzeichenzylinderfehler sind also nicht Teil des Markenbildes, sondern beständige Erscheinungen in der Papierstruktur, die bei allen Turul-Jahrgängen auftreten können.

Wasserzeichenzylinderfehler sind besonders interessant, weil aufgrund der Längswiederholung der Papierrolle der Fehler systematisch wiederkehrt. Die Turul-Marken wurden in Bögen von 4×100 hergestellt, das heißt, ein voller Druckbogen enthielt 400 Marken. Wenn ein Wasserzeichenzylinderfehler an einer bestimmten Position auf dem Papier auftrat, wiederholte sich dieser Fehler auf allen Bögen, bei denen das Papier in derselben Position unter dem Zylinder hindurchlief. Das bedeutet, dass ein Wasserzeichenzylinderfehler auf derselben Position auf jedem 400er-Bogen erscheinen konnte, also beispielsweise auf jeder 400. Marke.

In der Praxis bedeutet dies, dass ein Wasserzeichenzylinderfehler auf Hunderten oder sogar Tausenden von Exemplaren auftreten konnte, je nachdem, wie groß die Papierrolle war und wie viele Bögen daraus gedruckt wurden. Aus diesem Grund gelten Wasserzeichenzylinderfehler in der Regel nicht als Raritäten, selbst wenn sie optisch auffällig sind. Gleichzeitig spielen sie eine wichtige Rolle bei der Identifizierung von Marken und der Unterscheidung von Papiertypen, da Wasserzeichenzylinderfehler helfen können, zu bestimmen, aus welcher Papierlieferung die Marke stammt.

Insgesamt können Wasserzeichenzylinderfehler bei allen Jahrgängen der Turul-Serie auftreten und stellen eine wichtige technische Besonderheit dar. Für Sammler sind diese Fehler eher Kuriositäten, die helfen, den Papierherstellungs- und Markendruckprozess zu verstehen, und zur genaueren Identifizierung der Marken beitragen. In bestimmten Fällen stellen sie einen Aufpreis dar. Ich werde auf der Seite auch eine separate Tabelle mit den bekannten Wasserzeichenfehlern veröffentlichen.



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